Bayerischer Golfverband e.V.

Wird geladen...

Eine Ära geht zu Ende – doch wo bleibt der Nachwuchs?

11.09.2020
Hans Zellner legt sein Amt als Referee nieder

Hans Zellner, Vorsitzender des DGV-Ausschusses „Golfregeln und Amateurstatut“ legt nach rund 30 Jahren sein Amt nieder. Doch Menschen wie Zellner sind im Wettkampf-Golf unverzichtbar.

Mit Hans Zellner verliert der Bayerische Golfverband (BGV) und auch der Deutsche Golf Verband (DGV) einen kompetenten Regel-Fachmann. 1991 kam Zellner zum BGV und sammelte erste Erfahrungen als Referee. Seit der Jahrtausendwende war der gebürtige Niederbayer auch international unterwegs. Hinzu kamen große und spannende Aufgaben, wie beispielsweise der Solheim Cup, die BMW International Open oder sogar die Alfred Dunhill Links Championship in St. Andrews. Nun soll also Schluss sein. Zellner legt auf eigenen Wunsch sein Amt im DGV-Ausschuss und als Referee nieder.

In den vergangenen Jahren war Zellner auch derjenige, der für den DGV das komplexe Regelwerk der R&A vom Englischen ins Deutsche mitübersetzt hat. Dazu gehörten übrigens auch die sehr umfassenden Equipment Rules, also alle Regeln, die sich um die Golfausrüstung und deren Verwendung drehen. All das entstand in einem Ehrenamt.

Das Ehrenamt bringt, wie der Name schon sagt, im besten Fall Ehre mit sich. Jenseits einer üblichen, geringen Aufwandsentschädigung, der Reisekostenerstattung und der Unterbringung erhalten die Referees kein weiteres Honorar für ihre anspruchsvolle Tätigkeit. Jeder, der in einem festen Arbeitsverhältnis steht, muss sich pro Turnier auch immer ein paar Tage Urlaub nehmen. Der organisatorische und logistische Aufwand, wenn man auch Familie hat ist ebenso enorm wie der zeitliche Einsatz. All das kriegen die Referees aber seit Jahren immer gut geregelt.

Mit dem Ausscheiden von Zellner stellt sich die Frage, wie es um die Nachwuchsarbeit im Team der Referees steht. Dietrich von Garn (Ansprechpartner für Golfregularien beim DGV) nahm hierzu Stellung und berichtete, dass sich aktuell 13 Auszubildende in Deutschland der Herausforderung stellen. Diese werden jeweils von den Landesgolfverbänden nominiert. Nach erfolgreicher R&A-Prüfung werden diese dann zum DGV-Spielleiter ernannt. Aktuell gibt es 44 DGV-Spielleiter. Keine schlechte Basis, dennoch ist das Amt der Spielleiter nicht von einem reibungslosen Spielbetrieb wegzudenken.

Nach seinem Ausscheiden beim DGV bleibt der 68-jährige dem BGV als Ehrenplatzrichter und Mitglied im Vorgabenausschuss erhalten.

Zu den wichtigsten Aufgaben des DGV-Ausschusses Golfregeln und Amateurstatut gehören:

  • Übersetzung des Regelbuches aus dem Englischen und Empfehlung des übersetzten Textes als Grundlage zum Beschluss als Verbandsordnung durch DGV-Präsidium
  • Übersetzung weiterer zugehöriger Publikationen zu den Golfregeln (ggf. Überprüfung durch Lizenzgeber R&A)
  • Übersetzung der „Anpassung der Golfregeln für Spieler mit Behinderung“(ggf. Überprüfung durch R&A)
  • Entscheidung von Regelfragen aus Wettspielen (verbindlich gemäß Regel 20.2b der Golfregeln; ggf. Überprüfung durch R&A, der letztverbindlich entscheidet)
  • Beantwortung von allgemeinen Anfragen zur Interpretation der Golfregeln (verbindlich; ggf. Überprüfung durch R&A, der letztverbindlich entscheidet
  • Allgemeine Aufklärung im Hinblick auf die Bestimmungen des Amateurstatuts
  • Gezielte Auskunft zu amateurstatutrechtlichen Einzelfragen von DGV-Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit
  • Übersetzung des Amateurstatuts aus dem Englischen und Empfehlung des übersetzten Textes als Grundlage zum Beschluss als Verbandsordnung durch DGV-Präsidium
  • Entscheidungen über Verstöße gegen das Amateurstatut
  • Entscheidungen über die Wiedereinsetzung als Amateur