Bayerischer Golfverband e.V.

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Wintergrüns - des einen Freud, des anderen Leid!

10.11.2020

Wer selbst in den kalten Monaten nicht genug bekommt, ist meistens auf die Wintergrüns angewiesen. Was gilt es zu beachten und welche Vor- und Nachteile bringt es?

In den meisten Regionen Bayerns ist es während der Wintermonate nur schwer möglich, Golf zu spielen. Zahlreiche Golfer wollen aber nicht ganz auf das Spiel auf ihrem Heimatplatz verzichten und weiter ihre Runden drehen, solange das Wetter es zulässt, d.h. wenn kein Frost besteht.

Die Grüns der Golfanlagen benötigen allerdings gerade in den kalten Monaten ganz besondere Pflege. Während der Wintermonate schonen zahlreiche Golfplatzbetreiber die sensiblen Flächen, indem sie Wintergrüns schaffen. Hierbei handelt es sich (oft) um eine kurz gemähte Fläche auf dem Fairway, auf der sich ein Locheinsatz mit Fahne befindet. 

Was ist der Unterschied zum normalen Grün?

Ein Grün auf dem Fairway? Das bedeutet: Die Greenkeeper mähen einige Meter vor dem eigentlichen Grün eine kleine Fläche frei, und stecken dort ein Loch (oftmals sogar mit größerem Durchmesser als die üblichen Golflöcher).

Ein deutlicher Unterschied zu den Sommergrüns ist die Größe. Während ein normales Grün ca. 150 bis 300 Quadratmeter misst, sind die Wintergrüns deutlich kleiner. Außerdem unterscheiden sie sich in der Grashöhe. Allgemein gilt: Wintergrüns werden maximal auf sechs bis zwölf Millimeter gekürzt und circa ein bis zwei Mal pro Woche gemäht. Im Vergleich: Sommergrüns messen zweieinhalb bis vier Millimeter.

Diese Maßnahme ermöglicht den GolferInnen ein nahezu normales Golfspiel während der Wintermonate, auch wenn die Bahnen zwar etwas verkürzt sind. Auf das Putten sollte in dieser Zeit übrigens nicht besonders viel Wert gelegt werden. Durch den Einsatz der Wintergrüns kann sich das Gras auf den Grüns von den Belastungen der Golfsaison erholen und wird vor allem bei Bodenfrost geschont. Manche Golfanlagen schonen auch die Abschlagsbereiche, indem sie durch einen Winterabschlag ersetzt werden.

Was sollten Sie bei Wintergrüns beachten?

  •   Schenken Sie die Putts großzügig
  •   Die Grüns erlauben kaum/keinen Spin
  •   Bessern Sie Pitchmarken trotzdem aus
  •   Betreten Sie auf keinen Fall ein gefrorenes (Sommer-) Grün, da durch das Betreten die Grasstruktur zerstört wird
  •   Vermeiden Sie allgemein das Betreten gefrorener Flächen (auch auf dem Fairway)

Wie können Sie von einer Runde auf Wintergrüns profitieren?

  •   Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihr Chippen zu verbessern
  •   Verbessern Sie Ihr Gefühl für Carry-Längen - gerade beim Pitchen
  •   Nutzen Sie die Golfrunde im Winter, um im Schwung zu bleiben
  •   Gehen Sie auch mal ein Risiko ein: die kurzen Bahnen laden zum Birdie ein

Anlage im Winter auf Sommergrüns

Pro

  • Höhere Greenfee-Einnahmen 
  • Größere Zufriedenheit unter den Mitgliedern
  • Vorgabewirksames Spiel auch im Winter möglich

Contra

  • Betreten bei Frost zerstört das Pflanzengewebe der Gräser insbesondere auf den Sommergrüns
  • Tritt- und Fahrspuren bei Frost hinterlassen sichtbare Narben im Rasen, die nur langsam regenerieren
  • Gestresste oder geschädigte Pflanzen unterliegen einem höheren Krankheitsdruck
  • Höhere Qualität der Sommergrüns im Frühjahr bei Nichtbenutzung im Winter
  • Gefahr der Bodenverdichtung nimmt im Winter zu
  • Winterschäden müssen mit erhöhtem Aufwand für Regenerationsmaßnahmen ausgeglichen werden 

Anlage auf Wintergrüns

Pro

  • Schonung der Sommergrüns während widriger Perioden
  • Wintergrüns können auch als Ausweichgrüns bei Arbeiten auf den Sommergrüns verwendet werden

Contra

  • Größere Baukosten
  • Erhöhter Platzbedarf
  • Erhöhter Pflegeaufwand für die Wintergrüns
  • Möglicherweise kein vorgabewirksames Spiel möglich

Das Wintergrün ist ein guter Kompromiss, wodurch sich das eigentliche Grün für die nächste Saison erholen kann und man trotzdem nicht auf seine Runden verzichten muss.